Dies ist der öffentliche Beispiel-Bericht. Er zeigt, wie ein Bericht aussieht, ist aber kein echter Kundenbericht.
Komplett-Einschätzung · Bank-Niveau
Generalsanierte Gruenderzeit-Eigentumswohnung mit Hofbalkon, Neubaugasse 68, Top 14, 1070 Wien
Neubaugasse 68, 1070 Wien · Top 14 · Wien · Österreich
677.740 €
609.966 €
23.728 €
Diese Instandsetzung kommt zum Kaufpreis dazu. Der Bericht schätzt sie auf 23.728 € bis 54.728 €.
Was Sie hier haben
Die Komplett-Einschätzung zu diesem Objekt: Ihre Unterlagen sind gelesen und gegen das Inserat gehalten.
- 10 Kapitel, jedes einzeln abrufbar
- Verlässlichkeit der Einschätzung: mittel
- 12 Warnsignale, davon 4 schwer, und 6 Chancen
- 13 Unterlagen einzeln bewertet, 6 Belastungsproben gerechnet
- Prüfnummer 7ABA98AF-5F78-442B-8469-53AFAA6979B3 ✓
Tiefer geht es nicht
Beleihungswert, Ertragswert und die Belastungsproben stehen im Reiter Bank-Analyse, die Frageliste für den Termin im Fragenkatalog dort. Eine tiefere Prüfung gibt es bei Scan my Home nicht.
Was Sie jetzt tun können
Auf einen Blick
Wichtigstes Warnsignal: Fläche 87,40 m² statt der genannten 94 m² (von 12 insgesamt, 4 davon hoch)
Was noch offen ist · Unklarheiten
Verlässlichkeit der Einschätzung: mittelEhrlich statt vollständig: Scan my Home arbeitet nur mit echten Angaben und Dokumenten. Diese Punkte konnten aus dem Inserat und den Unterlagen nicht sicher geklärt werden, bitte vor Ort oder beim Makler nachfragen.
- ○Die Raumflächen stammen unverändert aus Ihren Unterlagen. Die Zeichnung selbst ist nicht maßstäblich, Längen lassen sich daraus nicht abmessen.
- ○Keine Besichtigung und keine Fotos der Wohnung, daher keine Aussage zu Feuchte, Rissen, Böden, Elektrik und tatsächlichem Zustand
- ○Wohnungseigentumsvertrag und Nutzwertgutachten liegen nicht vor, Zuordnung von Balkon, Kellerabteil und Hofnutzung damit nicht belegt
- ○Wirtschaftsplan 2026 ohne aufgeschlüsselten Rücklagenanteil, daher nicht prüfbar, ob der Mindestbeitrag von 1,12 € je m² erreicht wird
- ○Protokolle der Eigentümerversammlungen 2024 und 2025 fehlen, weitere angekündigte Maßnahmen unbekannt
- ○Sanierungskonzept und das Anbot vom 09.02.2026 liegen nicht im Wortlaut vor, Abgrenzung hofseitig zu straßenseitig unklar
- ○Gutachten zur Kellerfeuchtigkeit aus TOP 6 liegt nicht vor
- ○Kein Kaufvertragsentwurf, daher keine Prüfung von Gewährleistung, Übergabetermin und Zuordnung der Sonderumlage möglich
- ○Keine amtliche Hochwasser- und Naturgefahrenauskunft für die Adresse übergeben
- ○Keine tatsächlichen Transaktionspreise aus der amtlichen Kaufpreissammlung für diese Katastralgemeinde; die Vergleichswerte sind Angebotspreise
- ○Baujahr aus Unterlagen 1897, amtliches Gebäuderegister nennt für den Suchradius 1875 und Bauperiode nach 1945 ohne feste Zuordnung; die mietrechtliche Einordnung steht daher unter Vorbehalt
- ○Zeitplan und Beweissicherung des Dachgeschossausbaus nicht dokumentiert
Datengrundlage: 6 von 13 verlangten Unterlagen ausgewertet
davon 5 wichtige Unterlagen offen, benannt im Kapitel Dokumenten-Prüfung
Was jetzt zu tun ist
Ihr Fahrplan
In dieser Reihenfolge. Wer sie dreht, verhandelt über ein Objekt, das er noch nicht kennt.
- 1
Diese Unterlagen verlangen
Die 12 Punkte aus „Was noch offen ist" sind Ihre Liste für den Anbieter. Solange die offen sind, kennen Sie das Objekt nicht vollständig, und jede Zahl hier steht unter Vorbehalt.
- 2
Vor Ort prüfen
4 Punkte aus dieser Analyse lassen sich nur vor Ort klären. Bis dahin ist jede Zahl hier eine Annahme.
- ·Fläche 87,40 m² statt der genannten 94 m²
- ·Energieklasse C, nicht B
- ·Beschlossene Sonderumlage, Anteil Top 14 rund 12.728 €
- ·Rücklage nach der Entnahme nahezu aufgebraucht
- 3
Preis verhandeln
Über der Obergrenze zahlen Sie den Mangel mit, den Sie gerade gefunden haben.
- ·Ihre Obergrenze: 609.966 € (konservativer Wert, mit Sicherheitsabschlag)
- ·Fairer Marktwert: 677.740 €
- ·Die belegte Wohnnutzfläche beträgt 87,40 m² und nicht 94 m², nachzulesen im Raumbuch des Einreichplans und in der Betriebskostenabrechnung 2025.
- ·Der Energieausweis vom 12.06.2019 weist 78,4 kWh/m²a und Klasse C aus; Klasse B ist dort ausdrücklich nur die Prognose nach der Sanierung mit Fertigstellung in Aussicht gestellt für das 4. Quartal 2027.
- ·Auf Top 14 entfallen aus dem Beschluss vom 14.03.2026 rund 12.728 € Sonderumlage, fällig 2027, und die Rücklage sinkt planmäßig auf 21.200 € für 68 Objekte.
- 4
Erst dann unterschreiben
Alles davor lässt sich noch ändern. Ab der Unterschrift tragen Sie das Risiko.
- ·Das Objekt hat Substanz und eine sehr gute Lage, der faire Marktwert liegt bei 677.740 €. Als Käufer sollten Sie höchstens 609.966 € zahlen, weil Ihnen 12.728 € Sonderumlage, eine nahezu leere Rücklage und Klasse C statt B unmittelbar zufallen.
Scores
Warum jede der sechs Noten so ausfällt
Red Flags & Chancen
Red Flags (12)
Fläche 87,40 m² statt der genannten 94 m²aus Foto/Dokument
Das Raumbuch zum Einreichplan, Planstand 04.04.2018, weist die Wohnnutzfläche mit 87,40 m² nach § 17 Abs 2 WEG 2002 aus, Balkon und Kellerabteil ausdrücklich nicht enthalten. Auch die Betriebskostenabrechnung 2025 rechnet mit 87,4 m². Die Verkäuferangabe von 94 m² liegt 6,60 m² darüber, das sind rund 47.600 € Wertunterschied beim ermittelten Quadratmeterwert. Prüfweg: Wohnungseigentumsvertrag und Nutzwertgutachten anfordern, Fläche bei der Besichtigung nachmessen, im Kaufvertrag die Fläche mit Bezug auf den Einreichplan und ohne Flächengarantie-Verzicht festhalten. Für Bewertung und Verhandlung gilt in diesem Dossier durchgehend 87,40 m².
Energieklasse C, nicht Baus Foto/Dokument
Der Energieausweis vom 12.06.2019 nennt HWB Ref,SK 78,4 kWh/m²a und fGEE 1,08, beides Klasse C. Klasse B mit rund 46 kWh/m²a steht im Ausweis ausdrücklich nur als Prognose nach Durchführung der hofseitigen Fassaden- und Fenstersanierung und ersetzt laut Ausweis keinen neuen Energieausweis. Die Verkäuferangabe Klasse B beschreibt also einen Zustand, der erst nach Bauende, in Aussicht gestellt für das 4. Quartal 2027, vorliegen kann. Prüfweg: schriftliche Klarstellung verlangen und im Kaufvertrag nur die aktuelle Klasse C zugrunde legen. Der Ausweis ist ein Gebäude-Energieausweis, nicht objektbezogen; das ist zulässig, die Werte gelten aber für das ganze Haus.
Beschlossene Sonderumlage, Anteil Top 14 rund 12.728 €aus Foto/Dokument
Die Eigentümerversammlung vom 14.03.2026 hat unter TOP 3 die hofseitige Fassaden- und Fenstersanierung zu brutto 1.480.000 € beschlossen, davon 620.000 € aus der Rücklage und 860.000 € als Sonderumlage in zwei Raten zu je 430.000 €, fällig am 31.03.2027 und am 30.09.2027, aufgeteilt nach Nutzwertanteilen. Bei 148/10.000 Anteilen für Top 14 ergibt das rund 12.728 €, je Rate rund 6.364 €. Prüfweg: schriftliche Bestätigung der Hausverwaltung über den auf Top 14 entfallenden Betrag einholen und im Kaufvertrag regeln, wer die Raten 2027 trägt. Diese Summe ist ein direkter Verhandlungspunkt.
Rücklage nach der Entnahme nahezu aufgebrauchtaus Foto/Dokument
Der Rücklagennachweis zum 31.12.2025 weist 641.200 € aus, nach der beschlossenen Entnahme von 620.000 € verbleiben laut Vorschau 21.200 €, das sind rund 312 € je Objekt. Für ein Haus von 1897 mit 68 Objekten ist das kein Puffer. Jede weitere Maßnahme, etwa die straßenseitige Fassade, Steigleitungen oder das Dach über dem Bestand, führt zu einer neuen Sonderumlage. Prüfweg: Wirtschaftsplan 2026 und 2027, den Sanierungsfahrplan der Verwaltung und die Protokolle der Versammlungen 2024 und 2025 anfordern.
Rücklagenzuführung 2025 unter dem gesetzlichen MindestbeitragRechtsregel
Die Betriebskostenabrechnung 2025 nennt für Top 14 eine Rücklagenzuführung von 650,31 € im Jahr und rechnet das ausdrücklich auf 0,62 € je m² und Monat um. Seit dem 01.01.2026 gilt nach § 31 Abs 5 WEG 2002 ein monatlicher Mindestbeitrag von 1,12 € je m² Nutzfläche, der nur ausnahmsweise unterschritten werden darf. Die Vorschreibung 2026 von 524 € im Monat soll laut Abrechnung die Rücklagenbildung bereits berücksichtigen, weist aber keine Aufschlüsselung aus. Prüfweg: Wirtschaftsplan 2026 mit ausgewiesenem Rücklagenanteil verlangen. Wird der Mindestbeitrag nicht erreicht, ist mit einer Anhebung der laufenden Vorschreibung zu rechnen.
Dienstbarkeit des Gehens und Fahrens über den Innenhofaus Foto/Dokument
Im C-Blatt der Liegenschaft ist unter C-LNR 3 eine Dienstbarkeit des Gehens und Fahrens über den Innenhof zugunsten der jeweiligen Eigentümer der Nachbarliegenschaft EZ 1251 eingetragen, TZ 118/1954. Eine eingetragene Dienstbarkeit bindet jeden späteren Eigentümer auch ohne dessen Zustimmung, § 481 Abs 1 ABGB. Der Balkon von Top 14 liegt zu genau diesem Hof. Ruhe und Nutzung des begrünten Hofs stehen damit unter dem Vorbehalt fremder Zufahrt. Prüfweg: Einverleibungsurkunde von 1954 beim Bezirksgericht Josefstadt einsehen und Inhalt sowie Umfang klären, den Hof zu unterschiedlichen Tageszeiten besichtigen und die tatsächliche Nutzung durch die Nachbarn erfragen. In der Lage-Karte des Dossiers lässt sich über das Ebenen-Symbol oben rechts zusätzlich die amtliche Widmungs- und Schutzzonen-Ebene direkt am Objekt einsehen.
Pfandrecht über 380.000 € auf dem Anteil B-LNR 14aus Foto/Dokument
Im C-Blatt des Anteils B-LNR 14 ist unter C-LNR 5 ein Pfandrecht mit Höchstbetrag 380.000 € für die kreditgebende Bank einverleibt, TZ 4563/2018. Das ist bei einem finanzierten Verkauf normal, muss aber lastenfrei abgewickelt werden. Prüfweg: Löschungserklärung der Bank vor Kaufpreiszahlung, Abwicklung ausschließlich über Treuhandschaft eines Notars oder Rechtsanwalts, Rangordnung für die beabsichtigte Veräußerung anmerken lassen. Der Auszug vom 02.09.2026 weist dazu bisher keine Anmerkung aus.
Ausgebautes Dachgeschoss über der Wohnung, Bauphase noch nicht abgeschlossenaus Foto/Dokument
Laut Protokoll TOP 5 wurde der Dachboden 2023 an einen Bauträger verkauft, der Ausbau erfolgt auf dessen Kosten. Top 14 liegt im 4. Stock, also unmittelbar unter der Baustelle. Typische Folgen sind Lärm, Erschütterung, Eingriffe in Statik und Steigleitungen sowie Bauschäden in der obersten Wohnebene. Prüfweg: Zeitplan und Baubewilligung des Dachgeschossausbaus bei der Verwaltung und in der Bauakte der MA 37 einsehen, Deckenanschlüsse und Wände in Top 14 auf frische Risse prüfen, Beweissicherung des Bauträgers erfragen.
Nur die hofseitige Fassade und die hofseitigen Fenster sind beschlossenaus Foto/Dokument
Der Beschluss vom 14.03.2026 erfasst ausdrücklich die hofseitige Fassade und die hofseitigen Fenster. Der Energieausweis nennt für den Bestand Verbund- und Kastenfenster mit U-Wert 1,40 W/m²K und eine ungedämmte Außenwand mit 1,32 W/m²K für das ganze Gebäude. Für die straßenseitige Hülle liegt kein Beschluss und keine Finanzierung vor. Prüfweg: Sanierungskonzept und Anbot im Wortlaut verlangen und klären, welche Fenster von Top 14 hofseitig und welche straßenseitig liegen. Straßenseitige Fenster bleiben nach heutigem Stand Sache des jeweiligen Eigentümers oder einer späteren Umlage.
Feuchtigkeit im Kellerbereich, Gutachten offenaus Foto/Dokument
Unter TOP 6 wurden wiederkehrende Feuchtigkeitserscheinungen an der Kellerwand beim Kellerabteil Top 22 beanstandet, die Verwaltung soll bis Juni 2026 ein Gutachten einholen. Zum Kaufobjekt gehört das Kellerabteil Nr. 14 mit 4,20 m². Eine Ursache steht nicht fest, in Frage kommen aufsteigende Feuchte, ein Leitungsschaden oder Oberflächenwasser. Prüfweg: das inzwischen vorliegende Gutachten anfordern, Kellerabteil 14 selbst besichtigen und Wand und Boden auf Salzausblühungen und Geruch prüfen. Eine Kellertrockenlegung wäre eine Maßnahme der Gemeinschaft und damit eine weitere Umlage.
Schutzzone nach der Wiener BauordnungRechtsregel
Die amtliche Auskunft weist für den Bereich 7. Neubau eine Schutzzone nach der Wiener Bauordnung aus. Änderungen am äußeren Erscheinungsbild, also Fenster, Fassade, Balkone und Dach, sind damit bewilligungspflichtig und in der Ausführung eingeschränkt, was Sanierungen verteuert und die Wahl der Fenster vorgibt. Für die Wertstabilität des Straßenbilds ist die Zone von Vorteil. Prüfweg: Auskunft zu Widmung und Schutzzone beim Bauamt der Stadt Wien einholen und in der Lage-Karte des Dossiers über das Ebenen-Symbol oben rechts die amtliche Widmungsebene am Objekt ansehen.
Abweichende Baujahresangaben im amtlichen Gebäuderegisteraus Foto/Dokument
Der Energieausweis und die Planunterlagen nennen 1897. Das amtliche Gebäuderegister führt im Suchradius zwei Gebäude, eines mit Baujahr 1875 und fünf Geschossen, eines mit Bauperiode nach 1945 und sechs Geschossen, die Zuordnung zu genau diesem Objekt steht laut Auskunft nicht fest. Für den Kauf ist das nur mittelbar relevant, für die mietrechtliche Einordnung dagegen entscheidend, weil der Richtwertmietzins an eine Baubewilligung vor dem 8. Mai 1945 anknüpft. Prüfweg: Baujahr und Baubewilligung über die Bauakte der MA 37 belegen lassen.
Chancen (6)
Zusammenlegung 2018 behördlich bewilligtaus Foto/Dokument
Der Einreichplan-Auszug nennt die Zusammenlegung der vormaligen Top 14 und Top 15, Einreichung bei der MA 37, Geschäftszahl MA 37/1070-118/2018, Bescheiddatum 22.05.2018. Der heutige Bestand ist damit konsensgedeckt, ein Beseitigungsauftrag nach § 129 Bauordnung für Wien wegen der Zusammenlegung ist nicht zu erwarten. Fehlt noch die Fertigstellungsanzeige, ist sie zu verlangen.
Lift 2024 getauscht und bezahltaus Foto/Dokument
Laut Protokoll TOP 4 ist der Lifttausch aus 2024 abgeschlossen und vollständig bezahlt, Schlussrechnung 214.600 €, Nachforderungen bestehen nicht. Ein neuer Lift im Gründerzeithaus ist im 4. Stock unmittelbar wertrelevant und für die nächsten 20 Jahre kein Kostenthema.
Energetischer Sprung nach der Hofsanierungaus Foto/Dokument
Der Energieausweis prognostiziert nach der hofseitigen Fassaden- und Fenstersanierung rund 46 kWh/m²a, das entspricht Klasse B. Die Maßnahme ist beschlossen und zu 620.000 € aus der Rücklage sowie 860.000 € Sonderumlage finanziert, Fertigstellung in Aussicht gestellt für das 4. Quartal 2027. Der Käufer zahlt seinen Anteil, erhält aber ein Haus mit deutlich besserer Hülle und niedrigeren Heizkosten.
Dachbodenverkauf hat die Rücklage gespeistaus Foto/Dokument
Der Erlös aus dem Dachbodenverkauf von 1.150.000 € wurde laut Protokoll TOP 5 zur Gänze der Rücklage zugeführt, der Ausbau erfolgt auf Kosten der Käuferin. Ohne diesen Erlös müsste die Gemeinschaft die Fassadensanierung fast vollständig über Umlagen finanzieren.
Substanzmerkmale, die am Markt bezahlt werdenMarkteinschätzung
3,18 m lichte Raumhöhe, erhaltene Stuckdecken, geölter Eichenparkett, 31,20 m² Wohnküche und ein Hofbalkon mit 6,80 m² sind im 7. Bezirk knapp und heben das Objekt über die Masse des sanierten Altbaus. Vergleichbar ausgestattete Wohnungen im Bezirk werden aktuell zwischen 6.500 € und 8.400 € je m² angeboten.
Fernwärme statt Gasthermeaus Foto/Dokument
Der Energieausweis nennt Fernwärme Wien mit Anschluss seit 2011 und zentraler Warmwasserbereitung. Damit entfällt das in Wiener Altbauten häufige Thema Gasthermentausch samt Kaminsanierung, und es besteht kein Handlungsdruck aus dem Ausstieg aus fossilen Heizsystemen.
Hintergrund und Prüfpunkte
Was hinter dem Verkauf stecken könnte und was ein Käufer, Makler oder Bauträger vor einer Entscheidung prüfen sollte. Recherchebasiert, Vermutungen sind als solche gekennzeichnet.
Was dahinterstecken könnte: 4 mögliche Verkaufsgründe, 6 Auffälligkeiten und 10 Punkte zum Prüfen
Die Liegenschaft EZ 1247 ist ein Gründerzeithaus von 1897 mit 68 Wohnungseigentumsobjekten, davon 7 Geschäftslokale im Erdgeschoss, verwaltet von der Hausverwaltung Ehrenfels GmbH. Das Haus wurde in den letzten Jahren aktiv bewirtschaftet: Fernwärmeanschluss 2011, Verkauf des Dachbodens 2023 mit einem Erlös von 1.150.000 € zur Gänze in die Rücklage, Lifttausch 2024 über 214.600 € abgeschlossen und bezahlt, Dachrinne und Kellerabgang 2025 aus der Rücklage instand gesetzt. Der nächste große Schritt, die hofseitige Fassaden- und Fenstersanierung über brutto 1.480.000 €, ist am 14.03.2026 beschlossen und wird zu 620.000 € aus der Rücklage und zu 860.000 € über Sonderumlage finanziert. Top 14 selbst entstand 2018 durch bewilligte Zusammenlegung der vormaligen Top 14 und Top 15 und wurde in diesem Zug generalsaniert.
Mögliche Verkaufsgründe
Vermeidung der Sonderumlage und der Bauphase 2027aus Foto/Dokument
Der Beschluss vom 14.03.2026 belastet Top 14 mit rund 12.728 € in zwei Raten am 31.03.2027 und 30.09.2027 und bringt eine Baustelle im Hof, zu dem der Balkon liegt. Ein Verkauf vor der ersten Rate verschiebt Kosten und Belastung auf den Käufer. Das ist eine Vermutung aus den Fristen, kein Vorwurf.
Finanzierung und Ablöse der eingetragenen Belastungaus Foto/Dokument
Am Anteil ist ein Pfandrecht mit Höchstbetrag 380.000 € einverleibt, einverleibt am 14.11.2018. Ein Verkauf zum ermittelten Marktwert löst die Finanzierung ab und lässt einen Überschuss. Ob eine Umschuldung, ein Zinsanstieg oder ein anderer Anlass dahintersteht, ist aus den Unterlagen nicht erkennbar.
Realisierung des Wertzuwachses seit 2018aus Foto/Dokument
Erwerb laut Grundbuch mit Kaufvertrag vom 08.11.2018, Generalsanierung und Zusammenlegung im selben Jahr bewilligt. Nach acht Jahren und der Wiener Preisentwicklung ist ein Verkauf zur Realisierung des Zuwachses plausibel.
Veränderter WohnbedarfMarkteinschätzung
Eine 87,40 m² große Wohnung mit zwei abgeschlossenen Zimmern im 4. Stock passt zu bestimmten Lebensphasen und nicht zu anderen. Das ist eine allgemeine Erfahrungsannahme ohne Beleg in den Unterlagen.
Auffälligkeiten
- ! Die Verkäuferangabe von 94 m² weicht von der belegten Wohnnutzfläche von 87,40 m² aus dem Raumbuch und der Betriebskostenabrechnung ab.
- ! Die Verkäuferangabe Energieklasse B entspricht der im Energieausweis genannten Prognose nach der Sanierung, nicht dem Bestandswert von Klasse C.
- ! Der Verkauf fällt in das Zeitfenster zwischen Beschluss der Sonderumlage im März 2026 und deren Fälligkeit 2027.
- ! Die Rücklage sinkt planmäßig von 641.200 € auf 21.200 €, während ein Haus von 1897 mit 68 Objekten weiteren Erhaltungsbedarf hat, insbesondere straßenseitig.
- ! Die Rücklagenzuführung 2025 von 0,62 € je m² und Monat liegt unter dem seit 01.01.2026 geltenden gesetzlichen Mindestbeitrag von 1,12 € je m²; die Zusammensetzung der Vorschreibung 2026 von 524 € ist nicht aufgeschlüsselt.
- ! Das amtliche Gebäuderegister nennt im Suchradius Baujahre 1875 und Bauperiode nach 1945 ohne feste Zuordnung, die Unterlagen nennen 1897.
Vor dem Kauf prüfen
Aktueller Grundbuchauszug unmittelbar vor Unterschrift, C-Blatt der Liegenschaft und des Anteils
Eine eingetragene Last bindet jeden Erwerber auch ohne Zustimmung, § 481 Abs 1 ABGB. Zu prüfen sind die Dienstbarkeit C-LNR 3, das Pfandrecht C-LNR 5 und ob zwischenzeitlich eine Klagsanmerkung nach § 27 Abs 2 WEG 2002 eingetragen wurde.
Schriftliche Bestätigung der Hausverwaltung über den Sonderumlagen-Anteil von Top 14 und über offene Vorschreibungen
Der Betrag von rund 12.728 € ist der größte einzelne Verhandlungsposten und muss vertraglich zugeordnet werden. Offene Rückstände können über ein Vorzugspfandrecht wirken, wenn eine Klage angemerkt ist.
Wohnungseigentumsvertrag und Nutzwertgutachten
Belegen Nutzwertanteil 148/10.000, die Zuordnung von Balkon, Kellerabteil und allfälligen Sondernutzungsrechten am Hof sowie die Fläche. Diese Unterlagen sind nach WEG 2002 geschuldet.
Wirtschaftsplan 2026 und Protokolle der Versammlungen 2024 und 2025
Zeigen, welche Maßnahmen diskutiert, aber noch nicht beschlossen sind, insbesondere zur straßenseitigen Fassade, und ob der gesetzliche Mindestbeitrag zur Rücklage erreicht wird.
Bauakteneinsicht bei der MA 37 samt Fertigstellungsanzeige zur Zusammenlegung
Ein Bauteil ohne Konsens genießt keinen Bestandsschutz, ein Beseitigungsauftrag nach § 129 Bauordnung für Wien kann auch den Käufer treffen. Der Bescheid von 2018 liegt vor, der Fertigstellungsnachweis fehlt in den Unterlagen.
Gutachten zur Kellerfeuchtigkeit aus TOP 6
Die Ursache ist offen. Handelt es sich um aufsteigende Feuchte im gesamten Kellerbereich, folgt eine weitere Maßnahme der Gemeinschaft und damit eine weitere Umlage.
Zeitplan und Bewilligung des Dachgeschossausbaus
Top 14 liegt unmittelbar darunter. Zu klären sind Bauzeit, Eingriffe in Statik und Steigleitungen sowie die Beweissicherung, damit späterer Streit über Risse und Schäden vermieden wird.
Einverleibungsurkunde der Hof-Dienstbarkeit TZ 118/1954
Nur die Urkunde zeigt Inhalt und Umfang des Fahrtrechts. Der Balkon von Top 14 und der Wohnwert hängen an der tatsächlichen Nutzung des Hofs.
Löschungserklärung der Pfandgläubigerin und Treuhandabwicklung
Der Kaufpreis darf erst gegen gesicherte Lastenfreistellung fließen. Ohne Treuhand und Rangordnung trägt der Käufer das Risiko.
Elektroinstallation, Steigleitungen und Feuchtemessung in der Wohnung
Die Sanierung von 2018 betraf Bad und Küche; Zustand von Elektrik und Leitungen im Altbau von 1897 ist damit nicht geklärt. Ohne Fotos oder Besichtigungsbefund ist das aus der Ferne nicht beurteilbar.
Scan-my-Home-Bericht · KI-gestützte Indikation, kein beeidetes Verkehrswertgutachten · Bewertung konservativ inkl. 10 % Sicherheitsabschlag · Zins-/Marktdaten Stand 2026-07 · Version 663
Wert heute neu einschätzen lassen
Objektdaten, Grundriss und Lage bleiben, wie sie sind. Wir recherchieren nur die Markteinschätzung neu, mit aktuellen Vergleichsobjekten, und legen einen eigenen, verknüpften Bericht mit dem heutigen Stand an. Kostet 3,00 € mit Umsatzsteuer.