Vereinigtes Königreich · Schottland
Mieterhöhung in Schottland rechtssicher begründen
Die meisten Erhöhungen, die vor einer Schlichtungsstelle scheitern, waren der Höhe nach zulässig. Sie sind an der Begründung oder an der Frist gescheitert.
Zuerst den Anlass festlegen
Jeder der möglichen Anlässe hat eigene Voraussetzungen, eine eigene Form und eine eigene Frist. Wer zwei Anlässe in einem Schreiben vermischt, riskiert, dass keiner davon trägt.
Die Begründung, die hält
Wo eine Anpassung an das ortsübliche Niveau verlangt wird, genügt die Behauptung nicht. Die Rechtsordnungen verlangen einen benannten Nachweis.
Vergleichsobjekte
Sie müssen so bezeichnet sein, dass der Mieter sie nachprüfen kann. Eine Adresse ohne Stockwerk und ohne Lage reicht dafür in der Regel nicht.
Amtliche Erhebung
Wo eine Gemeinde eine qualifizierte Erhebung führt, ist die Berufung darauf der sicherste Weg, weil sie die Beweislast verschiebt.
Die Frist vor dem Zinstermin
Das Schreiben muss dem Mieter eine bestimmte Zeit vor dem Termin zugehen, an dem die höhere Miete erstmals fällig wird. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Absenden. Wer das knapp kalkuliert, verliert eine ganze Periode.
Was die Erhöhung im Nachhinein kippen kann
Eine Erhöhung, die auf einer Modernisierung beruht, hält nur so weit, wie die Maßnahme wirklich den Wohnwert erhöht hat. Der Anteil, der ohnehin fällige Instandhaltung war, ist herauszurechnen, und zwar bevor das Schreiben rausgeht.
Was im Land Schottland gilt
In Schottland kann ein Vermieter eine Private Residential Tenancy nur aus einem der achtzehn gesetzlich benannten Gründe beenden, aufgeführt in Schedule 3 des Gesetzes. Zuständig ist das First-tier Tribunal for Scotland, nicht ein ordentliches Gericht. Ein Teil der Gründe ist zwingend, ein anderer Teil bleibt selbst bei nachgewiesenem Grund im Ermessen des Tribunals. Eine kündigungsgrundlose Beendigung kennt dieses schottische Mietverhältnis seit seiner Einführung am 1. Dezember 2017 nicht, unabhängig davon, welche Kündigungsart anderswo im Vereinigten Königreich gerade gilt.
Grundlage: Schedule 3, Private Housing (Tenancies) (Scotland) Act 2016
Die Rechtslage im Vereinigten Königreich
Wann und wie erhöht werden darf
Höchstens EINMAL in zwölf Monaten, über ein section 13 notice auf dem amtlichen Formular 4A, mit mindestens zwei Monaten Vorlauf. Einen betraglichen Deckel gibt es nicht, der Vermieter darf jede Miete vorschlagen. Der Hebel des Mieters liegt woanders: Er kann den Vorschlag dem First-tier Tribunal (Property Chamber) vorlegen, und das Tribunal darf die Miete seit dem 01.05.2026 nur noch BESTÄTIGEN ODER SENKEN, nie erhöhen. Vorher konnte eine Vorlage nach hinten losgehen, weil das Tribunal auch über den Vorschlag hinausgehen durfte. Diese Umkehr ist der wichtigste praktische Unterschied für den Mieter.
Was Sie belegen und nachschlagen müssen
Ortsübliche Mieten für Postleitzahl und Objekttyp, Restlaufzeit bei Leasehold. WICHTIG ZUM GELTUNGSBEREICH: Der Renters' Rights Act gilt für ENGLAND. Wales hat mit dem Renting Homes (Wales) Act 2016 ein eigenes System mit occupation contracts, Schottland ein eigenes mit der private residential tenancy. Vor jeder Aussage prüfen, in welchem Landesteil das Objekt liegt; die englischen Regeln dort anzuwenden wäre falsch.
Womit der Mieter die Erhöhung angreifen kann
Vorlage beim Tribunal vor dem Wirksamwerden der Erhöhung, also innerhalb der zweimonatigen Ankündigungsfrist. Für Altfälle gilt: Nach dem 31.07.2026 kann auf eine section-21-Kündigung kein Besitzverfahren mehr gestützt werden.
Grundlage: England: Renters' Rights Act 2025, in Kraft seit 01.05.2026, der den Housing Act 1988 umbaut; section 13 Housing Act 1988 in der neuen Fassung regelt die Erhöhung. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-29.
Häufige Fragen
Kann ich eine unwirksame Erhöhung einfach neu schicken?
In der Regel ja, aber die Frist beginnt dann neu, und die Erhöhung wirkt erst ab dem späteren Termin. Für die Zwischenzeit besteht kein Nachforderungsanspruch.
Was gilt, wenn der Mieter nicht antwortet?
Das hängt am Anlass. Wo eine Zustimmung nötig ist, tritt sie durch Schweigen nicht ein, und der Weg führt über die zuständige Stelle. Wo keine nötig ist, wirkt die Erhöhung mit dem Termin.
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