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Spanien · Baskenland

Ist meine Miete im Baskenland zu hoch?

Ob eine Miete zu hoch ist, entscheidet nicht das Gefühl und nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern die Frage, ob für diese Wohnung überhaupt eine gesetzliche Obergrenze gilt. Diese Frage kommt vor allen anderen.

Zuerst: Gilt für Ihre Wohnung überhaupt eine Obergrenze?

In den meisten Ländern gibt es keine Obergrenze für jede Wohnung, sondern nur für bestimmte Baujahre, bestimmte Vertragsarten oder bestimmte Gebiete. Fällt Ihre Wohnung nicht darunter, ist auch eine hohe Miete rechtlich zulässig, und jede weitere Prüfung führt ins Leere. Fällt sie darunter, steht der zulässige Betrag meist fest und ist nachrechenbar.

Wie sich der zulässige Betrag bildet

Steht fest, dass eine Grenze gilt, ergibt sich der Betrag aus einer Rechenregel, nicht aus einer Verhandlung. Sie unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.

Der Ausgangswert

Fast alle Systeme starten bei einem amtlich festgesetzten Wert je Quadratmeter oder bei einer erhobenen ortsüblichen Miete. Dieser Wert wird regelmäßig neu festgesetzt, weshalb eine Prüfung immer den Wert braucht, der zum Zeitpunkt Ihres Vertragsschlusses galt.

Die Zuschläge und Abschläge

Auf den Ausgangswert kommen Korrekturen. Sie sind der Teil, über den in der Praxis am meisten gestritten wird, weil sie geschätzt und nicht gemessen werden. Drei Gruppen tragen fast den ganzen Streit.

Lage

Der größte einzelne Posten und der am schwersten prüfbare. Er soll abbilden, dass dieselbe Wohnung in zwei Straßen verschieden viel wert ist. Wer ihn prüfen will, braucht die übliche Höhe im selben Bezirk, nicht im ganzen Ort.

Zustand und Ausstattung

Bad, Heizung, Fenster und Böden. Hier lohnt der genaue Blick, weil ein Zuschlag für eine Ausstattung, die es nicht gibt oder die nicht funktioniert, der am leichtesten zu widerlegende ist.

Stockwerk, Aufzug und Freifläche

Sie wirken in beide Richtungen. Ein oberes Stockwerk ohne Aufzug führt in mehreren Rechtsordnungen zu einem Abschlag, nicht zu einem Zuschlag.

Der Abschlag für eine Befristung

Ist der Vertrag befristet, sehen mehrere Rechtsordnungen einen festen Abschlag vor. Er wird in der Praxis oft übersehen, und zwar von beiden Seiten.

Die Frist ist das eigentliche Risiko

Der häufigste Grund, warum eine überhöhte Miete nicht zurückkommt, ist nicht ein Rechtsfehler, sondern eine verpasste Frist. In manchen Ländern läuft sie ab Vertragsschluss, in anderen ab Übernahme der Wohnung, und sie ist teils kürzer als einen Monat. Wer prüft, sollte deshalb mit der Frist anfangen und nicht mit dem Betrag.

Was Sie dafür in der Hand haben müssen

Für eine belastbare Prüfung braucht es den Mietvertrag mit Datum, die genaue Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, die Ausstattungsmerkmale und die letzte Betriebskostenabrechnung. Fehlt das Baujahr, ist meist schon die erste Frage nicht zu beantworten.

Was in der Region Baskenland gilt

Ob die Mietobergrenze des spanischen Wohnungsgesetzes überhaupt greift, entscheidet jede autonome Gemeinschaft für ihre eigenen Gemeinden selbst. Das Baskenland hat davon besonders ausgiebig Gebrauch gemacht: Ende 2025 waren elf Gemeinden als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen, mit sieben weiteren Anfang 2026 wuchs die Liste auf achtzehn Gemeinden, in denen mehr als die Hälfte der baskischen Bevölkerung wohnt. In diesen Gemeinden gilt bei neuen Mietverträgen eine Obergrenze, gestaffelt danach, ob der Vermieter ein Großvermieter oder eine Privatperson ist.

Grundlage: Art. 18 Ley 12/2023 überlässt die Ausweisung den autonomen Gemeinschaften; die baskischen Ausweisungen sind im Amtsblatt veröffentlicht (zuletzt die Erweiterung um Hernani, Tolosa und Lezo, Januar 2026)

Die Rechtslage in Spanien

Wie sich die zulässige Miete bildet

Nur in erklärten zonas de mercado residencial tensionado ist die Miete gedeckelt. Dort darf die Neumiete die Miete des Vorvertrags nicht übersteigen. Handelt es sich um einen gran tenedor, also einen Eigentümer von mehr als zehn Wohnungen, oder war die Wohnung in den letzten fünf Jahren nicht vermietet, gilt zusätzlich der Höchstwert aus dem staatlichen Referenzindex SERPAVI. Außerhalb dieser Zonen ist die Miete frei. Eine Zone wird erklärt, wenn die Mietbelastung über 30 Prozent des mittleren Einkommens liegt ODER die Mieten in fünf Jahren um mehr als drei Prozentpunkte stärker gestiegen sind als der regionale Verbraucherpreisindex.

Ihre Frist und der Weg dorthin

Zu viel gezahlte Miete wird zivilrechtlich zurückgefordert; die Autonomen Gemeinschaften ahnden Verstöße zusätzlich als Ordnungswidrigkeit.

Was Sie dafür nachschlagen müssen

Ob die Gemeinde als zona tensionada erklärt ist (Stand Juli 2026 über 300 Gemeinden in Katalonien, Baskenland, Navarra und Galicien), der SERPAVI-Wert für Adresse, Fläche und Baujahr, und die Miete des Vorvertrags.

Grundlage: Ley 12/2023 por el derecho a la vivienda, Art. 17 f., in Verbindung mit der LAU. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-29.

Häufige Fragen

Kann ich zu viel gezahlte Miete zurückfordern?

In den Ländern mit gesetzlicher Obergrenze ja, aber nur innerhalb einer Frist und meist erst, nachdem Sie die überhöhte Miete förmlich beanstandet haben. Wie weit die Rückforderung zurückreicht, hängt davon ab, wie schnell Sie beanstandet haben.

Riskiere ich eine Kündigung, wenn ich die Miete beanstande?

Eine Kündigung als Antwort auf eine berechtigte Beanstandung ist in den hier behandelten Ländern nicht zulässig. Ein befristeter Vertrag läuft davon unabhängig aus, das ist keine Kündigung und auch keine Reaktion auf Ihre Beanstandung.

Brauche ich dafür einen Anwalt?

Für die Prüfung nicht. Für die Durchsetzung hängt es davon ab, ob im betreffenden Land zuerst eine Schlichtungsstelle angerufen werden muss. Wo es sie gibt, ist der Weg dorthin meist günstiger als der zum Gericht und teils vorgeschrieben.

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