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Luxemburg · Luxemburg

Ist meine Miete in Luxemburg zu hoch?

Ob eine Miete zu hoch ist, entscheidet nicht das Gefühl und nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern die Frage, ob für diese Wohnung überhaupt eine gesetzliche Obergrenze gilt. Diese Frage kommt vor allen anderen.

Zuerst: Gilt für Ihre Wohnung überhaupt eine Obergrenze?

In den meisten Ländern gibt es keine Obergrenze für jede Wohnung, sondern nur für bestimmte Baujahre, bestimmte Vertragsarten oder bestimmte Gebiete. Fällt Ihre Wohnung nicht darunter, ist auch eine hohe Miete rechtlich zulässig, und jede weitere Prüfung führt ins Leere. Fällt sie darunter, steht der zulässige Betrag meist fest und ist nachrechenbar.

Wie sich der zulässige Betrag bildet

Steht fest, dass eine Grenze gilt, ergibt sich der Betrag aus einer Rechenregel, nicht aus einer Verhandlung. Sie unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.

Der Ausgangswert

Fast alle Systeme starten bei einem amtlich festgesetzten Wert je Quadratmeter oder bei einer erhobenen ortsüblichen Miete. Dieser Wert wird regelmäßig neu festgesetzt, weshalb eine Prüfung immer den Wert braucht, der zum Zeitpunkt Ihres Vertragsschlusses galt.

Die Zuschläge und Abschläge

Auf den Ausgangswert kommen Korrekturen. Sie sind der Teil, über den in der Praxis am meisten gestritten wird, weil sie geschätzt und nicht gemessen werden. Drei Gruppen tragen fast den ganzen Streit.

Lage

Der größte einzelne Posten und der am schwersten prüfbare. Er soll abbilden, dass dieselbe Wohnung in zwei Straßen verschieden viel wert ist. Wer ihn prüfen will, braucht die übliche Höhe im selben Bezirk, nicht im ganzen Ort.

Zustand und Ausstattung

Bad, Heizung, Fenster und Böden. Hier lohnt der genaue Blick, weil ein Zuschlag für eine Ausstattung, die es nicht gibt oder die nicht funktioniert, der am leichtesten zu widerlegende ist.

Stockwerk, Aufzug und Freifläche

Sie wirken in beide Richtungen. Ein oberes Stockwerk ohne Aufzug führt in mehreren Rechtsordnungen zu einem Abschlag, nicht zu einem Zuschlag.

Der Abschlag für eine Befristung

Ist der Vertrag befristet, sehen mehrere Rechtsordnungen einen festen Abschlag vor. Er wird in der Praxis oft übersehen, und zwar von beiden Seiten.

Die Frist ist das eigentliche Risiko

Der häufigste Grund, warum eine überhöhte Miete nicht zurückkommt, ist nicht ein Rechtsfehler, sondern eine verpasste Frist. In manchen Ländern läuft sie ab Vertragsschluss, in anderen ab Übernahme der Wohnung, und sie ist teils kürzer als einen Monat. Wer prüft, sollte deshalb mit der Frist anfangen und nicht mit dem Betrag.

Was Sie dafür in der Hand haben müssen

Für eine belastbare Prüfung braucht es den Mietvertrag mit Datum, die genaue Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, die Ausstattungsmerkmale und die letzte Betriebskostenabrechnung. Fehlt das Baujahr, ist meist schon die erste Frage nicht zu beantworten.

Was in der Stadt Luxemburg gilt

In den geschützten Sektoren der Stadt Luxemburg, zu denen auch die von der UNESCO geschützte Altstadt und die Festungsanlagen zählen, braucht jede Arbeit an der Außenseite eines Gebäudes eine vollständige Baugenehmigung. Anderswo in der Stadt reicht für kleinere Arbeiten wie eine Fassaden- oder Dachsanierung eine einfache, vorab eingereichte Anzeige.

Grundlage: Reglement sur les bâtisses der Stadt Luxemburg, Art. 57 Abs. 1 lit. c und Art. 57 Abs. 2

Als Hochhaus gilt in der Stadt Luxemburg jedes Gebäude mit mehr als acht vollen Geschossen oder mit mehr als 25 Metern Traufhöhe über der erschließenden Straße. Ein solches Gebäude wird nur genehmigt, wenn es städtebaulich begründet ist und weder dem Erscheinungsbild des Viertels noch der Schönheit des Ortes schadet.

Grundlage: Reglement sur les bâtisses der Stadt Luxemburg, Art. 47 Abs. 1 und Abs. 2

Die Rechtslage in Luxemburg

Wie sich die zulässige Miete bildet

Die Jahresmiete darf fünf Prozent des im Objekt investierten Kapitals nicht übersteigen. Das Kapital wird auf den heutigen Wert hochgerechnet, mit dem Koeffizienten des STATEC für das Kaufjahr, und auf den Gebäudeanteil kommt ein Altersabschlag von zwei Prozent im Jahr. Seit dem 01.08.2024 gilt diese Grenze für jede Wohnung, weil die frühere Ausnahme für Luxuswohnungen abgeschafft wurde. Die Grenze ist verbindlich, nicht nur ein Richtwert.

Ihre Frist und der Weg dorthin

Der Mieter widerspricht einer überhöhten Miete mit einem Einschreiben. Kommt keine Einigung zustande, bestimmt die kommunale commission des loyers das investierte Kapital anhand der Belege, danach entscheidet der Friedensrichter (juge de paix); der Antrag geht ohne Anwalt an dessen Geschäftsstelle.

Was Sie dafür nachschlagen müssen

Das nachgewiesene investierte Kapital, also Kaufpreis oder Baukosten samt wertsteigernder Arbeiten, der STATEC-Koeffizient für das Kaufjahr und der Gebäudeanteil für den Altersabschlag. Geplant, aber Stand 2026 noch nicht in Kraft: eine Senkung des Satzes von fünf auf dreieinhalb Prozent für neue Verträge (Projet de loi 8184).

Grundlage: Loi du 21 septembre 2006 sur le bail à usage d'habitation, Art. 3; Reform in Kraft seit 01.08.2024. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-27.

Häufige Fragen

Kann ich zu viel gezahlte Miete zurückfordern?

In den Ländern mit gesetzlicher Obergrenze ja, aber nur innerhalb einer Frist und meist erst, nachdem Sie die überhöhte Miete förmlich beanstandet haben. Wie weit die Rückforderung zurückreicht, hängt davon ab, wie schnell Sie beanstandet haben.

Riskiere ich eine Kündigung, wenn ich die Miete beanstande?

Eine Kündigung als Antwort auf eine berechtigte Beanstandung ist in den hier behandelten Ländern nicht zulässig. Ein befristeter Vertrag läuft davon unabhängig aus, das ist keine Kündigung und auch keine Reaktion auf Ihre Beanstandung.

Brauche ich dafür einen Anwalt?

Für die Prüfung nicht. Für die Durchsetzung hängt es davon ab, ob im betreffenden Land zuerst eine Schlichtungsstelle angerufen werden muss. Wo es sie gibt, ist der Weg dorthin meist günstiger als der zum Gericht und teils vorgeschrieben.

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