Spanien · Madrid
Ist meine Miete in Madrid zu hoch?
Ob eine Miete zu hoch ist, entscheidet nicht das Gefühl und nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern die Frage, ob für diese Wohnung überhaupt eine gesetzliche Obergrenze gilt. Diese Frage kommt vor allen anderen.
Zuerst: Gilt für Ihre Wohnung überhaupt eine Obergrenze?
In den meisten Ländern gibt es keine Obergrenze für jede Wohnung, sondern nur für bestimmte Baujahre, bestimmte Vertragsarten oder bestimmte Gebiete. Fällt Ihre Wohnung nicht darunter, ist auch eine hohe Miete rechtlich zulässig, und jede weitere Prüfung führt ins Leere. Fällt sie darunter, steht der zulässige Betrag meist fest und ist nachrechenbar.
Wie sich der zulässige Betrag bildet
Steht fest, dass eine Grenze gilt, ergibt sich der Betrag aus einer Rechenregel, nicht aus einer Verhandlung. Sie unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.
Der Ausgangswert
Fast alle Systeme starten bei einem amtlich festgesetzten Wert je Quadratmeter oder bei einer erhobenen ortsüblichen Miete. Dieser Wert wird regelmäßig neu festgesetzt, weshalb eine Prüfung immer den Wert braucht, der zum Zeitpunkt Ihres Vertragsschlusses galt.
Die Zuschläge und Abschläge
Auf den Ausgangswert kommen Korrekturen. Sie sind der Teil, über den in der Praxis am meisten gestritten wird, weil sie geschätzt und nicht gemessen werden. Drei Gruppen tragen fast den ganzen Streit.
Lage
Der größte einzelne Posten und der am schwersten prüfbare. Er soll abbilden, dass dieselbe Wohnung in zwei Straßen verschieden viel wert ist. Wer ihn prüfen will, braucht die übliche Höhe im selben Bezirk, nicht im ganzen Ort.
Zustand und Ausstattung
Bad, Heizung, Fenster und Böden. Hier lohnt der genaue Blick, weil ein Zuschlag für eine Ausstattung, die es nicht gibt oder die nicht funktioniert, der am leichtesten zu widerlegende ist.
Stockwerk, Aufzug und Freifläche
Sie wirken in beide Richtungen. Ein oberes Stockwerk ohne Aufzug führt in mehreren Rechtsordnungen zu einem Abschlag, nicht zu einem Zuschlag.
Der Abschlag für eine Befristung
Ist der Vertrag befristet, sehen mehrere Rechtsordnungen einen festen Abschlag vor. Er wird in der Praxis oft übersehen, und zwar von beiden Seiten.
Die Frist ist das eigentliche Risiko
Der häufigste Grund, warum eine überhöhte Miete nicht zurückkommt, ist nicht ein Rechtsfehler, sondern eine verpasste Frist. In manchen Ländern läuft sie ab Vertragsschluss, in anderen ab Übernahme der Wohnung, und sie ist teils kürzer als einen Monat. Wer prüft, sollte deshalb mit der Frist anfangen und nicht mit dem Betrag.
Was Sie dafür in der Hand haben müssen
Für eine belastbare Prüfung braucht es den Mietvertrag mit Datum, die genaue Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, die Ausstattungsmerkmale und die letzte Betriebskostenabrechnung. Fehlt das Baujahr, ist meist schon die erste Frage nicht zu beantworten.
Was in der Region Madrid gilt
In Madrid gilt die Mietobergrenze des spanischen Wohnungsgesetzes NICHT. Sie greift nur dort, wo die autonome Gemeinschaft Gemeinden als angespannten Wohnungsmarkt ausweist, und die Gemeinschaft Madrid hat das bis zum Stand dieser Recherche nicht getan und angekündigt, es nicht zu tun. Wer hier vermietet, verhandelt die Miete also frei, anders als in den Gemeinden, die eine andere Gemeinschaft ausgewiesen hat. Dieselbe Wohnung, dieselbe Rechtslage im Bund, zwei verschiedene Ergebnisse.
Grundlage: Art. 18 Ley 12/2023 überlässt die Ausweisung den autonomen Gemeinschaften; für Madrid liegt keine vor, Stand 15.08.2026
Ein älteres Gebäude in Madrid muss regelmäßig auf seinen Zustand geprüft und das Ergebnis bei der Stadt eingereicht werden, erstmals ab einem Alter von dreißig Jahren. Ob das geschehen ist und was dabei herauskam, gehört vor dem Kauf einer Wohnung geklärt: Festgestellte Mängel muss die Eigentümergemeinschaft beheben, und die Kosten treffen den, dem die Wohnung dann gehört.
Grundlage: Ordenanza de Conservación, Rehabilitación y Estado Ruinoso de las Edificaciones der Stadt Madrid
Die Rechtslage in Spanien
Wie sich die zulässige Miete bildet
Nur in erklärten zonas de mercado residencial tensionado ist die Miete gedeckelt. Dort darf die Neumiete die Miete des Vorvertrags nicht übersteigen. Handelt es sich um einen gran tenedor, also einen Eigentümer von mehr als zehn Wohnungen, oder war die Wohnung in den letzten fünf Jahren nicht vermietet, gilt zusätzlich der Höchstwert aus dem staatlichen Referenzindex SERPAVI. Außerhalb dieser Zonen ist die Miete frei. Eine Zone wird erklärt, wenn die Mietbelastung über 30 Prozent des mittleren Einkommens liegt ODER die Mieten in fünf Jahren um mehr als drei Prozentpunkte stärker gestiegen sind als der regionale Verbraucherpreisindex.
Ihre Frist und der Weg dorthin
Zu viel gezahlte Miete wird zivilrechtlich zurückgefordert; die Autonomen Gemeinschaften ahnden Verstöße zusätzlich als Ordnungswidrigkeit.
Was Sie dafür nachschlagen müssen
Ob die Gemeinde als zona tensionada erklärt ist (Stand Juli 2026 über 300 Gemeinden in Katalonien, Baskenland, Navarra und Galicien), der SERPAVI-Wert für Adresse, Fläche und Baujahr, und die Miete des Vorvertrags.
Grundlage: Ley 12/2023 por el derecho a la vivienda, Art. 17 f., in Verbindung mit der LAU. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-29.
Häufige Fragen
Kann ich zu viel gezahlte Miete zurückfordern?
In den Ländern mit gesetzlicher Obergrenze ja, aber nur innerhalb einer Frist und meist erst, nachdem Sie die überhöhte Miete förmlich beanstandet haben. Wie weit die Rückforderung zurückreicht, hängt davon ab, wie schnell Sie beanstandet haben.
Riskiere ich eine Kündigung, wenn ich die Miete beanstande?
Eine Kündigung als Antwort auf eine berechtigte Beanstandung ist in den hier behandelten Ländern nicht zulässig. Ein befristeter Vertrag läuft davon unabhängig aus, das ist keine Kündigung und auch keine Reaktion auf Ihre Beanstandung.
Brauche ich dafür einen Anwalt?
Für die Prüfung nicht. Für die Durchsetzung hängt es davon ab, ob im betreffenden Land zuerst eine Schlichtungsstelle angerufen werden muss. Wo es sie gibt, ist der Weg dorthin meist günstiger als der zum Gericht und teils vorgeschrieben.
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