Schweiz · Basel-Stadt
Kaufnebenkosten in Basel-Stadt
Die Nebenkosten entscheiden mit darüber, ob eine Finanzierung aufgeht, denn sie sind in der Regel nicht beleihbar und müssen aus Eigenkapital kommen.
Die Posten, die feststehen
Ein Teil der Nebenkosten ist gesetzlich festgelegt oder folgt einem amtlichen Tarif. Über diesen Teil lässt sich nicht verhandeln, er lässt sich nur genau berechnen. Dazu gehören je nach Land die Steuer auf den Erwerb, die Eintragung im Register und die Gebühr der beurkundenden Stelle.
Die Posten, über die verhandelt wird
Der andere Teil ist frei vereinbart, allen voran die Vergütung des Vermittlers. Wer sie trägt und in welchem Verhältnis, ist in mehreren Ländern in den letzten Jahren geändert worden.
Die Vergütung des Vermittlers
Sie ist der größte verhandelbare Posten. Mehrere Länder haben in den letzten Jahren festgelegt, dass sie zu teilen ist oder dass sie zahlt, wer den Vermittler beauftragt hat. Wer den Vertrag vor der Besichtigung liest, weiß, welche Fassung für ihn gilt.
Die Kosten der Finanzierung
Schätzkosten, Bereitstellungszinsen und die Eintragung der Sicherheit gehören zum Kauf, tauchen aber in keiner Nebenkostenübersicht des Vermittlers auf. Sie gehören trotzdem in die Rechnung, bevor eine Zusage gegeben wird.
Warum die regionale Ebene zählt
Mehrere Länder überlassen den Steuersatz der Region. Derselbe Kaufpreis kostet dann in zwei Regionen unterschiedlich viel Steuer, und der Unterschied ist groß genug, um eine Finanzierung zu kippen.
Was gern vergessen wird
Neben den vier großen Posten fallen regelmäßig an: die Kosten für die Löschung alter Eintragungen des Verkäufers, die Gebühr für die Eintragung der Finanzierung und, bei Wohnungen, die anteilige Zuführung zur Rücklage.
Was im Kanton Basel-Stadt gilt
Sinkt der hypothekarische Referenzzinssatz, kann eine Herabsetzung des Mietzinses verlangt werden. Der Satz ist für die ganze Schweiz derselbe und wird vom Bund veröffentlicht, nicht vom Kanton.
Grundlage: Art. 270a OR in Verbindung mit Art. 12a und 13 VMWG
Der Anfangsmietzins kann innerhalb von dreißig Tagen nach Übernahme der Sache bei der Schlichtungsbehörde angefochten werden. Die Frist ist kurz und läuft ab Übernahme, nicht ab Vertragsschluss.
Grundlage: Art. 270 Abs. 1 OR
Den Gewinn aus dem Verkauf eines Grundstücks besteuert der Kanton. Satz, Besitzdauerrabatt und Freibeträge sind deshalb von Kanton zu Kanton verschieden.
Grundlage: Art. 12 Steuerharmonisierungsgesetz (StHG)
Ob beim Eigentumsübergang eine Handänderungssteuer anfällt und wie hoch sie ist, entscheidet der Kanton. Einzelne Kantone erheben sie gar nicht.
Grundlage: Kantonale Steuergesetze, Vorbehalt in Art. 12 Abs. 1 StHG
Wer im eigenen Haus wohnt, versteuert den Eigenmietwert als Einkommen. Die Festsetzung erfolgt kantonal, weshalb derselbe Bau in zwei Kantonen unterschiedlich hoch angesetzt wird.
Grundlage: Art. 21 Abs. 1 Bst. b DBG, kantonale Umsetzung nach Art. 7 Abs. 1 StHG
Der Kanton Basel-Stadt gehört der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe nicht an. Gebäudehöhe, Geschossfläche und Abstand sind hier also allein nach kantonalem und kommunalem Recht definiert und nicht nach dem gesamtschweizerischen Standard. Ein Vergleich mit einem Objekt im Nachbarkanton führt deshalb leicht in die Irre.
Grundlage: Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB), Stand der Mitgliederliste Anfang 2025
Die Rechtslage in der Schweiz
Worauf gerechnet wird
Gerechnet wird auf den Kaufpreis. Die Kosten sind kantonal geregelt und unterscheiden sich stärker als in jedem anderen Land dieser Liste.
Die einzelnen Posten
Handänderungssteuer (gesetzlich fest): Die Steuer ist kantonal, die Spanne reicht von null bis rund 3,3 Prozent. Die Kantone Zürich, Zug, Aargau, Glarus, Schaffhausen, Schwyz, Tessin und Uri erheben KEINE Handänderungssteuer und verlangen nur eine geringe Gebühr. In Zürich ist sie seit 1.1.2005 abgeschafft. Eine Schweizer Durchschnittszahl führt deshalb in die Irre. Notariat und Grundbuch (amtlicher Tarif): Die öffentliche Beurkundung ist Pflicht, der Tarif ist kantonal festgelegt und nicht verhandelbar. Zusammen mit der Grundbuchgebühr typisch 0,2 bis 1 Prozent, je Kanton verschieden. In Kantonen mit Amtsnotariat rechnet der Staat ab, in anderen ein freiberuflicher Notar. Maklerlohn (gesetzlich gedeckelt): Der Maklerlohn ist frei vereinbar, aber nicht unbegrenzt: Ist bei der Vermittlung eines Grundstückkaufs ein unverhältnismäßig hoher Mäklerlohn vereinbart, kann der Richter ihn auf Antrag des Schuldners auf einen angemessenen Betrag herabsetzen (Art. 417 OR). Das Bundesgericht hat bis zu 3 Prozent im Raum Zürich wiederholt als üblich bezeichnet und im Einzelfall bei einem Kaufpreis von 2,8 Millionen Franken auch 3,75 Prozent nicht als übermäßig eingestuft. Es gibt also keine feste Grenze, aber eine gerichtlich durchsetzbare.
Umsatzsteuer beim Erwerb
Der Verkauf einer Liegenschaft ist von der Mehrwertsteuer ausgenommen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 20 MWSTG). Eine Option zur Versteuerung ist möglich, bei Wohnliegenschaften für private Nutzung aber ausgeschlossen.
Grundlage: Kaufnebenkosten Schweiz. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-08-17.
Häufige Fragen
Kann ich die Nebenkosten mitfinanzieren?
Die meisten Banken finanzieren nur den Kaufpreis, weil die Nebenkosten keinen beleihbaren Gegenwert schaffen. Sie sind deshalb der Teil, der aus Eigenkapital kommen muss.
Lässt sich die Steuer auf den Erwerb senken?
In engen Grenzen, etwa indem bewegliches Zubehör im Vertrag getrennt ausgewiesen wird, soweit das der Wahrheit entspricht. Ein zu hoch angesetzter Anteil fällt bei einer Prüfung auf und kostet mehr, als er spart.
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