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Vereinigtes Königreich · England

Steuer beim Immobilienverkauf in England

Der Gewinn aus einem Immobilienverkauf ist in fast allen Ländern steuerpflichtig. Wie hoch, ab wann und mit welchen Ausnahmen, unterscheidet sich erheblich, und die Ausnahmen sind der Teil, an dem das meiste Geld hängt.

Worauf die Steuer überhaupt anfällt

Besteuert wird in der Regel nicht der Verkaufspreis, sondern der Gewinn: der Erlös abzüglich dessen, was Sie damals bezahlt und seither investiert haben. Wer die alten Rechnungen für Sanierungen nicht mehr findet, versteuert einen Gewinn, den er nie gemacht hat.

Die Befreiungen, nach denen niemand fragt

Fast jede Rechtsordnung kennt Ausnahmen, und sie greifen nicht von selbst. Wer sie nicht kennt, zahlt freiwillig.

Das selbst bewohnte Objekt

Wer die Immobilie selbst bewohnt hat, ist in mehreren Ländern ganz oder teilweise befreit. An welche Dauer und an welchen Zeitpunkt das geknüpft ist, entscheidet über einen fünfstelligen Betrag.

Die Haltedauer

Mehrere Länder besteuern nur, wer innerhalb einer bestimmten Frist wieder verkauft. Ein Verkauf wenige Monate nach Ablauf kann deutlich günstiger sein als einer davor.

Wer die Steuer abführt

In einigen Ländern führt der Vertragserrichter oder der Notar die Steuer direkt ab, in anderen erklären Sie sie selbst. Der Unterschied ist wichtig: Im ersten Fall geht das Geld nie über Ihr Konto, im zweiten müssen Sie es zurücklegen.

Was Sie vorher zusammensuchen sollten

Den alten Kaufvertrag, die Nebenkosten von damals und jede Rechnung für Maßnahmen, die über bloße Erhaltung hinausgingen. Alles davon senkt den steuerpflichtigen Gewinn, und alles davon muss belegt sein.

Was im Land England gilt

Eine Eigentumswohnung in England wird in aller Regel nicht als Volleigentum gehalten, sondern als long leasehold, ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht vom Grundeigentümer (freeholder), meist verbunden mit einer laufenden ground rent. Die Restlaufzeit ist für den Käufer die entscheidende Zahl: Sinkt sie unter achtzig Jahre, darf der Freeholder bei einer Verlängerung zusätzlich den halben „marriage value“ verlangen, wodurch sich der Preis der Verlängerung deutlich erhöht, und Banken vergeben für so kurze Restlaufzeiten oft ungern eine Hypothek. Der Leasehold and Freehold Reform Act 2024 hat den Neubau von Leasehold-Einfamilienhäusern in England bereits verboten; für Eigentumswohnungen bleibt Leasehold vorerst der Regelfall, eine weitergehende Reform befindet sich in Vorbereitung, ist aber noch nicht in Kraft.

Grundlage: Leasehold and Freehold Reform Act 2024 (Verbot neuer Leasehold-Einfamilienhäuser); zur Achtzig-Jahre-Schwelle und dem marriage value: etablierte Bewertungspraxis bei Leasehold-Verlängerungen in England

Die Rechtslage im Vereinigten Königreich

Was den Verkäufer an Steuer trifft

Capital Gains Tax auf den Gewinn mit 18 oder 24 Prozent, die eigene Hauptwohnung ist über die Private Residence Relief befreit (Taxation of Chargeable Gains Act 1992, s. 222). Offenlegung: Der Verkäufer beantwortet den TA6 Property Information Form. Es gilt weiterhin der Grundsatz caveat emptor, die Untersuchungslast liegt also stärker beim Käufer als auf dem Kontinent.

Worauf gerechnet wird

Gerechnet wird auf die chargeable consideration, also den Kaufpreis. Die Steuer läuft in Stufen: jeder Anteil des Preises wird mit dem Satz seiner Stufe belastet, nicht der ganze Preis mit einem Satz.

Grundlage: Verkäuferpflichten Vereinigtes Königreich. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-26.

Häufige Fragen

Kann ich die Maklerprovision gegenrechnen?

In den meisten Rechtsordnungen ja, sie gehört zu den Veräußerungskosten und mindert den Gewinn. Bewahren Sie die Rechnung auf, auch wenn der Käufer sie teilweise getragen hat.

Was gilt bei einer geerbten Immobilie?

Dann zählt in der Regel nicht Ihr Erwerb, sondern der des Erblassers, sowohl für die Haltedauer als auch für die Anschaffungskosten. Das kann eine lange Haltedauer bedeuten und damit eine Befreiung, an die niemand denkt.

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