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Island · Thingvellir

Mieterhöhung in Thingvellir rechtssicher begründen

Die meisten Erhöhungen, die vor einer Schlichtungsstelle scheitern, waren der Höhe nach zulässig. Sie sind an der Begründung oder an der Frist gescheitert.

Zuerst den Anlass festlegen

Jeder der möglichen Anlässe hat eigene Voraussetzungen, eine eigene Form und eine eigene Frist. Wer zwei Anlässe in einem Schreiben vermischt, riskiert, dass keiner davon trägt.

Die Begründung, die hält

Wo eine Anpassung an das ortsübliche Niveau verlangt wird, genügt die Behauptung nicht. Die Rechtsordnungen verlangen einen benannten Nachweis.

Vergleichsobjekte

Sie müssen so bezeichnet sein, dass der Mieter sie nachprüfen kann. Eine Adresse ohne Stockwerk und ohne Lage reicht dafür in der Regel nicht.

Amtliche Erhebung

Wo eine Gemeinde eine qualifizierte Erhebung führt, ist die Berufung darauf der sicherste Weg, weil sie die Beweislast verschiebt.

Die Frist vor dem Zinstermin

Das Schreiben muss dem Mieter eine bestimmte Zeit vor dem Termin zugehen, an dem die höhere Miete erstmals fällig wird. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Absenden. Wer das knapp kalkuliert, verliert eine ganze Periode.

Was die Erhöhung im Nachhinein kippen kann

Eine Erhöhung, die auf einer Modernisierung beruht, hält nur so weit, wie die Maßnahme wirklich den Wohnwert erhöht hat. Der Anteil, der ohnehin fällige Instandhaltung war, ist herauszurechnen, und zwar bevor das Schreiben rausgeht.

Was in der Stadt Thingvellir gilt

In Thingvellir darf niemand ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Thingvellir-Kommission graben oder ein Bauwerk errichten. Das Verbot nennt ausdrücklich Hausbauten, Wegebau, das Verlegen von Strom- und Telefonleitungen, Bohrungen nach Wasser und die Entnahme von Bodenmaterial. Die zuständige Gemeinde darf eine Baugenehmigung erst danach ausstellen.

Grundlage: Verordnung Nr. 848/2005 über den Nationalpark Thingvellir, Art. 9

Rund um den zu Thingvellir gehörenden See Þingvallavatn gilt ein eigenes Schutzgebiet: Siedlungen, Gewerbeflächen und Massentierhaltung, die das Wasser oder die Tierwelt gefährden könnten, dürfen dort nicht geplant werden. Jede Bau- oder Projektgenehmigung in diesem Gebiet muss Auflagen zum Schutz der Tierwelt und der Wasserqualität enthalten, bei größeren Vorhaben ist zusätzlich die Umweltbehörde zu hören.

Grundlage: Verordnung Nr. 650/2006 über den Schutz von Þingvallavatn, Art. 4 und Art. 9

Die Rechtslage in Island

Wann und wie erhöht werden darf

Verfahren bei 37. gr. a und c: schriftliche, nachweisbare Ankündigung mindestens 3 Monate vor Wirksamwerden auf HMS-Standardformular. Seit L. 106/2024 muss jede Änderung im Mietregister der HMS eingetragen werden; ohne Eintragung darf der Mieter den erhöhten Anteil verweigern.

Was Sie belegen und nachschlagen müssen

Ob und wie verbreitet eine vertragliche Indexierung an den isländischen Verbraucherpreisindex tatsächlich vereinbart ist; das ist Marktpraxis, keine Gesetzesfrage.

Womit der Mieter die Erhöhung angreifen kann

Der Mieter hat 30 Tage, um einer angekündigten Erhöhung nach 37. gr. a oder c zuzustimmen, sie vor der Kærunefnd húsamála (Schlichtungsausschuss für Wohnungsangelegenheiten) anzufechten, oder zu kündigen. Reagiert er nicht, gilt die Erhöhung als vereinbart.

Grundlage: 37. gr. Húsaleigulög nr. 36/1994, ergänzt durch 37. gr. a bis c (eingeführt L. 121/2022, L. 106/2024). Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-08-13.

Häufige Fragen

Kann ich eine unwirksame Erhöhung einfach neu schicken?

In der Regel ja, aber die Frist beginnt dann neu, und die Erhöhung wirkt erst ab dem späteren Termin. Für die Zwischenzeit besteht kein Nachforderungsanspruch.

Was gilt, wenn der Mieter nicht antwortet?

Das hängt am Anlass. Wo eine Zustimmung nötig ist, tritt sie durch Schweigen nicht ein, und der Weg führt über die zuständige Stelle. Wo keine nötig ist, wirkt die Erhöhung mit dem Termin.

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