Spanien · Pedraza
Kaufnebenkosten in Pedraza
Die Nebenkosten entscheiden mit darüber, ob eine Finanzierung aufgeht, denn sie sind in der Regel nicht beleihbar und müssen aus Eigenkapital kommen.
Die Posten, die feststehen
Ein Teil der Nebenkosten ist gesetzlich festgelegt oder folgt einem amtlichen Tarif. Über diesen Teil lässt sich nicht verhandeln, er lässt sich nur genau berechnen. Dazu gehören je nach Land die Steuer auf den Erwerb, die Eintragung im Register und die Gebühr der beurkundenden Stelle.
Die Posten, über die verhandelt wird
Der andere Teil ist frei vereinbart, allen voran die Vergütung des Vermittlers. Wer sie trägt und in welchem Verhältnis, ist in mehreren Ländern in den letzten Jahren geändert worden.
Die Vergütung des Vermittlers
Sie ist der größte verhandelbare Posten. Mehrere Länder haben in den letzten Jahren festgelegt, dass sie zu teilen ist oder dass sie zahlt, wer den Vermittler beauftragt hat. Wer den Vertrag vor der Besichtigung liest, weiß, welche Fassung für ihn gilt.
Die Kosten der Finanzierung
Schätzkosten, Bereitstellungszinsen und die Eintragung der Sicherheit gehören zum Kauf, tauchen aber in keiner Nebenkostenübersicht des Vermittlers auf. Sie gehören trotzdem in die Rechnung, bevor eine Zusage gegeben wird.
Warum die regionale Ebene zählt
Mehrere Länder überlassen den Steuersatz der Region. Derselbe Kaufpreis kostet dann in zwei Regionen unterschiedlich viel Steuer, und der Unterschied ist groß genug, um eine Finanzierung zu kippen.
Was gern vergessen wird
Neben den vier großen Posten fallen regelmäßig an: die Kosten für die Löschung alter Eintragungen des Verkäufers, die Gebühr für die Eintragung der Finanzierung und, bei Wohnungen, die anteilige Zuführung zur Rücklage.
Was in der Stadt Pedraza gilt
Im ummauerten historischen Kern von Pedraza sind höchstens zwei Geschosse zulässig, Erdgeschoss plus ein Obergeschoss. Die Traufhöhe darf von der Traufe des Nachbargebäudes höchstens 0,50 Meter abweichen. Ältere Bestandsbauten mit mehr Geschossen oder größerer Höhe genießen Bestandsschutz.
Grundlage: Normas Urbanísticas Municipales und Plan Especial del Conjunto Histórico de Pedraza, Ordenanza RCH (Residencial Conjunto Histórico), Artikel 180 Absatz 4; definitiv genehmigt durch die Comisión Territorial de Urbanismo de Segovia am 30.07.2013, veröffentlicht BOCyL 22.11.2013
Im historischen Kern von Pedraza sind Fassaden aus regionalem Kalkstein-Mauerwerk oder mit traditionellem Kalkputz in Erd-, Ocker-, Creme- oder Steintönen vorgeschrieben. Sichtziegel und Klinker sind verboten, ausgenommen traditioneller Ziegel in Kombination mit Holzfachwerk.
Grundlage: Normas Urbanísticas Municipales und Plan Especial del Conjunto Histórico de Pedraza, Ordenanza RCH (Residencial Conjunto Histórico), Artikel 180 Absatz 7 Buchstabe c; definitiv genehmigt durch die Comisión Territorial de Urbanismo de Segovia am 30.07.2013, veröffentlicht BOCyL 22.11.2013
Im historischen Kern von Pedraza ist als Dachdeckung zwingend alter arabischer Hohlziegel in ortsüblichem Farbton vorgeschrieben, traditionell verlegt, mit einer Neigung von 40 bis 45 Prozent. Dachterrassen sind verboten, außer an der historischen Festungsmauer. Gauben dürfen höchstens 1,00 mal 1,25 Meter groß sein und müssen aus Holz gebaut werden.
Grundlage: Normas Urbanísticas Municipales und Plan Especial del Conjunto Histórico de Pedraza, Artikel 135 Absatz 3, Artikel 134 Absatz 6 und 8, Artikel 139 Absatz 4 Buchstabe b; definitiv genehmigt durch die Comisión Territorial de Urbanismo de Segovia am 30.07.2013, veröffentlicht BOCyL 22.11.2013
Die Rechtslage in Spanien
Worauf gerechnet wird
Gerechnet wird auf den valor de referencia des Katasters, wenn dieser über dem Kaufpreis liegt (Art. 10 TRLITPAJD in der Fassung ab 2022). Der Kaufpreis ist also nur die Untergrenze der Bemessungsgrundlage, nicht automatisch die Basis.
Die einzelnen Posten
Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales (ITP) (gesetzlich fest): Beim Kauf einer Bestandswohnung erhebt die comunidad autónoma den ITP. Der subsidiäre Satz des Staates liegt bei 6 Prozent, die Regionen setzen eigene Sätze fest: 4 Prozent im Baskenland, 6 Prozent in Madrid und Navarra, 8 Prozent in mehreren Regionen, in Valencia seit 1. Juni 2026 gestaffelt 9 Prozent bis 1 Million Euro und 11 Prozent darüber (zuvor pauschal 10 Prozent), 10 bis 11 Prozent gestaffelt in Katalonien. Ohne die Region ist keine Zahl möglich. Notaría (amtlicher Tarif): Das Notarhonorar ist ein staatlich festgesetzter Tarif nach dem Wert der Urkunde, kein freier Preis. Typisch 0,3 bis 0,5 Prozent, dazu ein Betrag je Blatt der Urkunde. Ein Nachlass ist nur in engen Grenzen zulässig. Registro de la Propiedad (amtlicher Tarif): Die Eintragung ins Eigentumsregister folgt ebenfalls einem staatlichen Tarif nach Wertstufen, typisch 0,1 bis 0,25 Prozent. Erst die Eintragung schützt den Käufer gegen Dritte. Comisión inmobiliaria (frei vereinbar): Die Maklerprovision ist frei vereinbar und trägt in Spanien üblicherweise der Verkäufer, markttypisch 3 bis 5 Prozent zuzüglich 21 Prozent Umsatzsteuer. Für den Käufer entsteht daraus meist kein eigener Posten. Es gibt keine gesetzliche Grenze wie in Österreich.
Umsatzsteuer beim Erwerb
Bestandswohnung von privat: keine Umsatzsteuer, dafür ITP (Art. 20 Uno 22 Ley 37/1992). Neubau vom Bauträger: 10 Prozent IVA (Art. 91 Uno 1 Nr. 7 Ley 37/1992), dazu AJD zwischen 0,5 und 1,5 Prozent je Region. Der Neubau ist damit auf der Steuerseite nicht billiger, nur anders besteuert.
Grundlage: Kaufnebenkosten Spanien. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-26.
Häufige Fragen
Kann ich die Nebenkosten mitfinanzieren?
Die meisten Banken finanzieren nur den Kaufpreis, weil die Nebenkosten keinen beleihbaren Gegenwert schaffen. Sie sind deshalb der Teil, der aus Eigenkapital kommen muss.
Lässt sich die Steuer auf den Erwerb senken?
In engen Grenzen, etwa indem bewegliches Zubehör im Vertrag getrennt ausgewiesen wird, soweit das der Wahrheit entspricht. Ein zu hoch angesetzter Anteil fällt bei einer Prüfung auf und kostet mehr, als er spart.
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