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Frankreich · Paris

Ist meine Miete in Paris zu hoch?

Ob eine Miete zu hoch ist, entscheidet nicht das Gefühl und nicht der Vergleich mit dem Nachbarn, sondern die Frage, ob für diese Wohnung überhaupt eine gesetzliche Obergrenze gilt. Diese Frage kommt vor allen anderen.

Zuerst: Gilt für Ihre Wohnung überhaupt eine Obergrenze?

In den meisten Ländern gibt es keine Obergrenze für jede Wohnung, sondern nur für bestimmte Baujahre, bestimmte Vertragsarten oder bestimmte Gebiete. Fällt Ihre Wohnung nicht darunter, ist auch eine hohe Miete rechtlich zulässig, und jede weitere Prüfung führt ins Leere. Fällt sie darunter, steht der zulässige Betrag meist fest und ist nachrechenbar.

Wie sich der zulässige Betrag bildet

Steht fest, dass eine Grenze gilt, ergibt sich der Betrag aus einer Rechenregel, nicht aus einer Verhandlung. Sie unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.

Der Ausgangswert

Fast alle Systeme starten bei einem amtlich festgesetzten Wert je Quadratmeter oder bei einer erhobenen ortsüblichen Miete. Dieser Wert wird regelmäßig neu festgesetzt, weshalb eine Prüfung immer den Wert braucht, der zum Zeitpunkt Ihres Vertragsschlusses galt.

Die Zuschläge und Abschläge

Auf den Ausgangswert kommen Korrekturen. Sie sind der Teil, über den in der Praxis am meisten gestritten wird, weil sie geschätzt und nicht gemessen werden. Drei Gruppen tragen fast den ganzen Streit.

Lage

Der größte einzelne Posten und der am schwersten prüfbare. Er soll abbilden, dass dieselbe Wohnung in zwei Straßen verschieden viel wert ist. Wer ihn prüfen will, braucht die übliche Höhe im selben Bezirk, nicht im ganzen Ort.

Zustand und Ausstattung

Bad, Heizung, Fenster und Böden. Hier lohnt der genaue Blick, weil ein Zuschlag für eine Ausstattung, die es nicht gibt oder die nicht funktioniert, der am leichtesten zu widerlegende ist.

Stockwerk, Aufzug und Freifläche

Sie wirken in beide Richtungen. Ein oberes Stockwerk ohne Aufzug führt in mehreren Rechtsordnungen zu einem Abschlag, nicht zu einem Zuschlag.

Der Abschlag für eine Befristung

Ist der Vertrag befristet, sehen mehrere Rechtsordnungen einen festen Abschlag vor. Er wird in der Praxis oft übersehen, und zwar von beiden Seiten.

Die Frist ist das eigentliche Risiko

Der häufigste Grund, warum eine überhöhte Miete nicht zurückkommt, ist nicht ein Rechtsfehler, sondern eine verpasste Frist. In manchen Ländern läuft sie ab Vertragsschluss, in anderen ab Übernahme der Wohnung, und sie ist teils kürzer als einen Monat. Wer prüft, sollte deshalb mit der Frist anfangen und nicht mit dem Betrag.

Was Sie dafür in der Hand haben müssen

Für eine belastbare Prüfung braucht es den Mietvertrag mit Datum, die genaue Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, die Ausstattungsmerkmale und die letzte Betriebskostenabrechnung. Fehlt das Baujahr, ist meist schon die erste Frage nicht zu beantworten.

Was in Paris gilt

In Paris darf die Miete bei einem neuen Vertrag einen Höchstwert je Quadratmeter nicht überschreiten. Den Wert setzt der Präfekt jedes Jahr neu fest, getrennt nach Stadtviertel, Zimmerzahl, Baualter und danach, ob möbliert vermietet wird. Liegt die vereinbarte Miete darüber, kann der Mieter ihre Herabsetzung verlangen. Die Regel ist ein befristeter Versuch: Sie läuft im November 2026 aus, und ob sie danach weitergeht, war am 15.08.2026 nicht entschieden.

Grundlage: Art. 140 Loi ELAN Nr. 2018-1021 vom 23.11.2018, verlängert durch die Loi 3DS vom 21.02.2022; in Paris angewandt seit 01.07.2019, die Höchstwerte stehen im jährlichen Arrêté des Präfekten

Wer in Paris eine Wohnung dauerhaft anders nutzen will, etwa als möblierte Ferienwohnung oder als Büro, braucht dafür eine Genehmigung der Stadt. Sie wird in der Regel nur gegen Ausgleich erteilt: Der Antragsteller muss an anderer Stelle in der Stadt eine Fläche, die bisher kein Wohnraum war, in Wohnraum umwandeln. Wer eine Wohnung zu diesem Zweck kauft, kauft die Genehmigung also nicht mit.

Grundlage: Art. L. 631-7 ff. Code de la construction et de l'habitation; die Ausgleichspflicht regelt das Règlement municipal der Stadt Paris über die Nutzungsänderung, Fassung 2025 DLH 44

Die Rechtslage in Frankreich

Wie sich die zulässige Miete bildet

In Städten mit encadrement des loyers gibt es je Quartier, Baujahr, Zimmerzahl und Möblierung einen loyer de référence, den der Präfekt jährlich per Erlass festsetzt. Dazu gehören ein loyer majoré von 120 Prozent und ein loyer minoré von 70 Prozent des Medianwerts, jeweils in Euro je Quadratmeter und Monat. Die vereinbarte Miete darf den loyer de référence majoré nicht überschreiten. Darüber hinaus ist nur ein complément de loyer zulässig, und den muss der Vermieter mit einer außergewöhnlichen Eigenschaft der Wohnung begründen. Außerhalb dieser Städte ist die Erstmiete frei. Betroffen sind 2026 rund 72 Gemeinden, darunter Paris, Lyon, Lille, Bordeaux, Montpellier, Villeurbanne, Plaine Commune, Est Ensemble und 24 Gemeinden im Baskenland.

Ihre Frist und der Weg dorthin

Herabsetzung binnen drei Jahren über die commission départementale de conciliation und das Gericht. Wohnungen der Klasse G dürfen seit 01.01.2025 nicht mehr neu vermietet werden.

Was Sie dafür nachschlagen müssen

Ob die Gemeinde am encadrement teilnimmt, der aktuelle loyer de référence majoré für Quartier, Baujahr, Zimmerzahl und Möblierung, sowie die Energieklasse des Objekts. WICHTIG: Das encadrement ist bis heute ein befristeter Versuch und läuft am 25.11.2026 aus. Ob es verlängert wird, ist offen. Bei einer Aussage über einen Zeitraum nach diesem Datum ist der Stand neu zu prüfen, statt die Begrenzung fortzuschreiben.

Grundlage: Loi n° 89-462, encadrement des loyers; Art. 17-1 für die Anpassung. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-29.

Häufige Fragen

Kann ich zu viel gezahlte Miete zurückfordern?

In den Ländern mit gesetzlicher Obergrenze ja, aber nur innerhalb einer Frist und meist erst, nachdem Sie die überhöhte Miete förmlich beanstandet haben. Wie weit die Rückforderung zurückreicht, hängt davon ab, wie schnell Sie beanstandet haben.

Riskiere ich eine Kündigung, wenn ich die Miete beanstande?

Eine Kündigung als Antwort auf eine berechtigte Beanstandung ist in den hier behandelten Ländern nicht zulässig. Ein befristeter Vertrag läuft davon unabhängig aus, das ist keine Kündigung und auch keine Reaktion auf Ihre Beanstandung.

Brauche ich dafür einen Anwalt?

Für die Prüfung nicht. Für die Durchsetzung hängt es davon ab, ob im betreffenden Land zuerst eine Schlichtungsstelle angerufen werden muss. Wo es sie gibt, ist der Weg dorthin meist günstiger als der zum Gericht und teils vorgeschrieben.

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