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Frankreich · Straßburg

Kaufnebenkosten in Straßburg

Die Nebenkosten entscheiden mit darüber, ob eine Finanzierung aufgeht, denn sie sind in der Regel nicht beleihbar und müssen aus Eigenkapital kommen.

Die Posten, die feststehen

Ein Teil der Nebenkosten ist gesetzlich festgelegt oder folgt einem amtlichen Tarif. Über diesen Teil lässt sich nicht verhandeln, er lässt sich nur genau berechnen. Dazu gehören je nach Land die Steuer auf den Erwerb, die Eintragung im Register und die Gebühr der beurkundenden Stelle.

Die Posten, über die verhandelt wird

Der andere Teil ist frei vereinbart, allen voran die Vergütung des Vermittlers. Wer sie trägt und in welchem Verhältnis, ist in mehreren Ländern in den letzten Jahren geändert worden.

Die Vergütung des Vermittlers

Sie ist der größte verhandelbare Posten. Mehrere Länder haben in den letzten Jahren festgelegt, dass sie zu teilen ist oder dass sie zahlt, wer den Vermittler beauftragt hat. Wer den Vertrag vor der Besichtigung liest, weiß, welche Fassung für ihn gilt.

Die Kosten der Finanzierung

Schätzkosten, Bereitstellungszinsen und die Eintragung der Sicherheit gehören zum Kauf, tauchen aber in keiner Nebenkostenübersicht des Vermittlers auf. Sie gehören trotzdem in die Rechnung, bevor eine Zusage gegeben wird.

Warum die regionale Ebene zählt

Mehrere Länder überlassen den Steuersatz der Region. Derselbe Kaufpreis kostet dann in zwei Regionen unterschiedlich viel Steuer, und der Unterschied ist groß genug, um eine Finanzierung zu kippen.

Was gern vergessen wird

Neben den vier großen Posten fallen regelmäßig an: die Kosten für die Löschung alter Eintragungen des Verkäufers, die Gebühr für die Eintragung der Finanzierung und, bei Wohnungen, die anteilige Zuführung zur Rücklage.

Was in der Stadt Straßburg gilt

Für Neubauten in der Altstadt von Straßburg darf die Traufhöhe um höchstens ein Geschoss von den Nachbargebäuden abweichen, gemessen innerhalb von 20 Metern ab der Grenze zum öffentlichen Raum. Traufe und First orientieren sich an der Durchschnittshöhe der angrenzenden Gebäude, mit einer Toleranz von höchstens 0,50 Metern für den Sonderfall ganzer Geschosszahlen. Bei geschützten Gebäuden ist jede Aufstockung verboten, ihre Höhe bleibt unverändert erhalten.

Grundlage: Plan de Sauvegarde et de Mise en Valeur (PSMV) de Strasbourg, Règlement écrit, Artikel 3 Abschnitt IV; beschlossen per Präfektendekret vom 07.07.2023

Dächer in der Altstadt von Straßburg sind nach benannten Typen geregelt, jeder mit eigener Mindestneigung und eigenem Pflichtmaterial: Steildächer mit hohem Dachgeschoss brauchen mehr als 52 Grad Neigung und schuppenförmige Ziegel, andere Steildachformen mehr als 40 Grad und Schieferdeckung, und die für das Elsass typischen Mansarddächer verlangen für den unteren und oberen Dachabschnitt zwingend dasselbe Material bei einer Neigung zwischen 35 und 42 Grad.

Grundlage: PSMV Strasbourg, Règlement écrit, Artikel 4 Abschnitt I Ziffer 2.1.1; Altstadt Straßburg, beschlossen per Präfektendekret vom 07.07.2023

Fachwerk an Gebäuden in der Altstadt von Straßburg darf nur dann sichtbar bleiben, wenn es geschnitzten Zierrat, Gesimse oder Spuren alter Bemalung trägt. Schmuckloses Fachwerk muss dagegen verputzt bleiben und darf nicht freigelegt werden. Wird Fachwerk ersetzt, muss dasselbe Holz in gleicher Art und gleichem Profil verwendet werden, und ein Verputz auf Fachwerk oder Bruchsteinmauerwerk ist nur mit reinem Kalkmörtel erlaubt, hydraulischer Kalkmörtel ist auf diesem Untergrund ausdrücklich verboten.

Grundlage: PSMV Strasbourg, Règlement écrit, Artikel 4 Abschnitt I Ziffer 1.2.3 und 1.2.7; Altstadt Straßburg, beschlossen per Präfektendekret vom 07.07.2023

Die Rechtslage in Frankreich

Worauf gerechnet wird

Gerechnet wird auf den Kaufpreis. Was in Frankreich umgangssprachlich frais de notaire heißt, sind zu über 80 Prozent Steuern und nicht das Honorar des Notars. Diese Verwechslung führt zu falschen Erwartungen.

Die einzelnen Posten

Droits de mutation à titre onéreux (DMTO) (gesetzlich fest): Zusammengesetzt aus dem Satz des département, dem kommunalen Anteil von 1,20 Prozent und einer Erhebungsgebühr auf den Departementsanteil. Der Regelsatz des département von 4,50 Prozent ergibt zusammen 5,80 Prozent. Seit 2025 dürfen die départements auf 5,00 Prozent erhöhen, was zusammen rund 6,32 Prozent ergibt; mittlerweile haben rund drei Viertel der départements davon Gebrauch gemacht (73 von rund 96 laut den Conseils départementaux, Stand Juli 2026), Beschlüsse nach dem 15.04.2025 wirken erst ab dem 01.01.2026. Émoluments du notaire (amtlicher Tarif): Das Honorar folgt einem gesetzlich festgelegten degressiven Tarif: 3,870 Prozent bis 6.500 Euro, 1,596 Prozent bis 17.000 Euro, 1,064 Prozent bis 60.000 Euro und 0,799 Prozent darüber, jeweils netto. Über dem Betrag von 100.000 Euro darf der Notar einen Nachlass von bis zu 20 Prozent gewähren, sonst ist der Tarif zwingend. Effektiv sind es rund 0,8 bis 1,3 Prozent des Kaufpreises. Honoraires d'agence (frei vereinbar): Beim KAUF ist die Provision frei, markttypisch 3 bis 6 Prozent, und sie muss im Inserat mit dem Hinweis ausgewiesen sein, ob sie im Preis enthalten ist. Achtung auf den Unterschied zur MIETE: dort sind die Kosten des Mieters durch Art. 5 Loi 89-462 und das Décret 2014-890 gedeckelt, je Quadratmeter und Zone. Beim Kauf gibt es diesen Deckel nicht.

Umsatzsteuer beim Erwerb

Bestand: keine Umsatzsteuer, dafür DMTO (Art. 261 Abs. 5 Nr. 2 CGI). Neubau oder Verkauf innerhalb von fünf Jahren nach Fertigstellung durch einen Unternehmer: 20 Prozent TVA im Preis, dafür reduzierte Erwerbskosten von rund 2 bis 3 Prozent statt 5,80 Prozent. Der Neubau ist bei den Nebenkosten also deutlich günstiger.

Grundlage: Kaufnebenkosten Frankreich. Zuletzt am Gesetzestext geprüft: 2026-07-26.

Häufige Fragen

Kann ich die Nebenkosten mitfinanzieren?

Die meisten Banken finanzieren nur den Kaufpreis, weil die Nebenkosten keinen beleihbaren Gegenwert schaffen. Sie sind deshalb der Teil, der aus Eigenkapital kommen muss.

Lässt sich die Steuer auf den Erwerb senken?

In engen Grenzen, etwa indem bewegliches Zubehör im Vertrag getrennt ausgewiesen wird, soweit das der Wahrheit entspricht. Ein zu hoch angesetzter Anteil fällt bei einer Prüfung auf und kostet mehr, als er spart.

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